Lernen und Entwickeln


Der Kreis. Weder Anfang noch Ende. Denn Lernen ist kein linearer Prozess, sondern verläuft zirkulär. Man ist immer schon irgendwo mittendrin. Feedbackschleifen und Rückkoppelungen sind notwendig, um Kreisläufe zu schließen. Dann wird ein Schuh draus. Jetzt wird Vorhandenes mit Neuem verknüpft. Wiederholung festigt, schafft Routine – und wirft sofort wieder neue Fragen auf. Zum Glück! Dynamiken für eigenständige Entwicklungen werden frei. Viel mehr braucht es eigentlich nicht. Außer Räume, in denen so was geschehen darf.

Lernräume öffnen

Lernen findet auf unterschiedlichen Ebenen, in unterschiedlichen Formen, an unterschiedlichen Orten auf unterschiedliche Weise statt. Der hier skizzierte Grundriss verfolgt die Idee, Einblicke in verschiedene Lern- und Transferräume zu ermöglichen. Jeder Lerntyp hat seine eigenen Präferenzen für das Vorgehen. Jeder hat Räume, in denen er sich am liebsten aufhält. Manche von ihnen haben eine spontane Plausibilität. Andere muss man sich erst erschließen. Die Räume selbst unterstützen und verstärken jeweils das, was in ihnen passiert. Manche sind Sozialräume, die gemeinsam mit anderen besonders gut funktionieren. Andere werden bevorzugt alleine genutzt. In den einen wird produziert, gebastelt und getüftelt, verworfen und neu gedacht. Andere dienen der Lager- und Vorratshaltung. Hier wird für zukünftige Herausforderungen gesammelt und aufbewahrt, was was sich einmal bewährt hat. Wer weiß, was davon in welcher Form noch einmal zu gebrauchen ist? Man muss das Rad ja nicht immer wieder neu erfinden. Räder schon. 

Sich im Lernen orientieren

 

Eine erste Orientierung erfolgt im Eingangsbereich. Der schnelle Überblick und Transparenz über Möglichkeiten und zentrale Themen und Zusammenhänge erleichtern den Start in bislang noch wenig Bekanntes. Wer nicht weiß, was er will, für den ist alles relativ beliebig. Es hilft ungemein, wenn sich schon einmal jemand Gedanken zu einem Thema gemacht hat, und man von dieser Vorsortierung profitieren kann. Bücher, Kollegen, Kunden oder Experten wissen meistens Rat oder stellen gute Fragen!

Vordenken hilft, gerade wenn mit anderen gemeinsam etwas gelernt werden soll. Welche Fragen habe ich? Was weiß ich schon? Welche Zugänge zum Thema gibt es? Wer kann mich wobei unterstützen? Auf welchen Wegen kann ich mir wissen aneignen?  Das Ordnen dieser Fragen unterstützt ein Lernort, an dem auf je eigene Weise das eigehende Wissen verdichtet, strukturiert und aufbereitet wird, ehe man zu erneuten Entdeckungsreisen aufbricht. Am besten gleich mit dem Stift denken, um nicht immer wieder von Null anfangen zu müssen!

An expliziten Lernveranstaltungen teilzunehmen und sich mit anderen austauschen, dient nicht nur dazu, den Stoff vom Experten gut dosiert aufbereitet zu bekommen. Die Vernetzung mit anderen Lernern hat für viele einen ebenso großen Stellenwert. Wer ist noch zu dem Thema auf welche Weise unterwegs? Was gibt es alles schon und braucht nicht nochmal erfunden zu werden? Wo gibt es Umsetzungsbeispiele in einem ähnlichen Kontext? Wer hilft mir durch seine Erfahrung Komplexität zu reduzieren?

Häufig genügt es nicht nur, zu wissen, man muss auch einfach mal machen. Allerdings weder blind noch naiv, sondern am Besten in Schonräumen, die auch die Chance bieten, durch Reflexion und das Feedback von anderen die jeweilige Wirksamkeit und Nützlichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. So lassen sich bald Muster erkennen und Routinen aufbauen, die es erlauben, in dem, was man tut, immer souveräner und schneller zu werden. Dazu tragen auch gezielte Feedbackfragen bei: Wovon mehr? Wovon weniger? Was anders? … um es dann am besten gleich nochmal zu versuchen!

Im Spielen steckt die Kraft für Neues und eine Menge Lernpotenzial. Die Leichtigkeit eines spielerischen Umgangs mit einer (neuen) Thematik erlaubt es, Möglichkeiten und Grenzen auszuloten, schnell Varianten zu erzeugen und Erfahrungen zu sammeln, was davon tragfähig ist – und was möglicherweise nicht. Im Spiel kann vieles umgedeutet werden, unfertig bleiben und erst einmal – zweckbefreit – einfach so dastehen. Was nicht ganz leicht ist: Als Erwachsener geeignete Spielorte zu finden oder einzurichten ohne irritierte Blicke von ernsten Zeitgenossen auf sich zu ziehen. Sichtschutz hilft – oder souverän drüberstehen!

Lagern will gelernt sein! Schnell ist der Keller voll mit unnützem Gerümpel. Gleichzeit versperrt dieser Unrat den Platz für wirklich Relevantes. Eine entstandene Unordnung erschwert oder verunmöglicht das Auffinden von wichtigen Dingen. Insofern: Regelmäßig Ausmisten! Regale beschriften! Und darauf vertrauen, dass weniger mehr ist. Oder: Beim Nachbarn in den Keller schauen. Vielleicht findet sich dort bereits Brauchbares.

Entspannen führt zu Momenten der Kontemplation. In Ruhe und mit Distanz sieht die Welt häufig anders aus. Dabei haben solche Augenblicke, vor allem, wenn sie regelmäßig wiederkehren und etwas länger andauern, eine wichtige Funktion. Man lernt Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Wer im Hamsterrad läuft, denkt nicht über das Warum nach. Wer Ergebnisdruck hat, stellt keine Fragen mehr – wer von außen draufschaut, dagegen schon.