Moderation und Prozessbegleitung


Die Raute. Steht für das Öffnen und Schließen von Diskussionen, das Weiten und Verdichten von Themen, divergentes und konvergentes Denken - von der thematischen Hinführung bis zur finalen Ergebnissicherung. Wenn es gelingt, wird daraus eine Perlenschnur von aneinander gereihten kleinen Diamanten. Ein sauberer Prozess, der keine wesentlichen Fragen übergeht oder offenlässt. Klingt verführerisch? Lässt sich machen. Mit moderativer Unterstützung.

Wozu Moderation?

Moderatoren gestalten Kommunikationsprozesse.
Konzeption eines zielorientierten und effektiven Ablaufdesigns, damit sich die Betroffenen und Beteiligten auf die inhaltliche Auseinandersetzung konzentrieren können.

Moderatoren begleiten die Interaktion von Gruppen.
Moderative Präsenz hilft, vorhandene Bedürfnisse und aktuelle Möglichkeiten abzugleichen, wenn der gut durchdachte Plan auf eine andere Wirklichkeit trifft.

Moderatoren steuern den Austausch von Informationen.
Mit dem passenden Rahmen, guten Fragen und konsequenter Visualisierung gelingt es, relevante Informationen für alle anschlussfähig zu machen.

Moderatoren strukturieren und schaffen Ordnungen.
Wenn Interessen und Sichtweisen aufeinanderprallen wird Moderation zum Ordnungsstifter und hilft, das kommunikative Durcheinander zu klären und zu sortieren.




Moderation: Kompetenz statt (nur) Methode
Die Qualität einer Moderation hat viel mit einer sauberen methodischen Anwendung zu tun, noch mehr aber mit einem professionellen Selbstverständnis und dem Verhalten des Moderators. Ablaufplan, Methoden- und Medieneinsatz sind die sichtbaren Zeichen moderierter Prozesse. Sie stehen aber weder für sich, noch machen sie den Kern einer Moderation aus. Für die erfolgreiche Begleitung von Kommunikationsprozessen sind am Ende personenspezifische Kompetenzen entscheidend.

> Methoden richtig einsetzen
Moderationsmethoden können dazu genutzt werden, Themen zu öffnen, zu bearbeiten, zu priorisieren und am Ende zu einem konkreten Ergebnis zu verdichten.

> Gruppenprozesse steuern
Klärende Interventionen müssen dort gesetzt werden, wo die Zielerreichung oder die Arbeitsfähigkeit der Gruppe gefährdet ist.

> Themen und Anlässe unterscheiden
Für das Lösen von Problemen, das Klären von Konflikten, das Treffen von guten Entscheidungen und das Entwickeln neuer Ideen haben sich Vorgehensweisen etabliert, welche sich – je nach thematischem Fokus – grundsätzlich unterscheiden.

> Organisation und Kontext einbeziehen
Moderationen sind kein Selbstzweck. Sie stehen nicht für sich, sondern haben eine Funktion in einem größeren Organisationskontext. Für den Erfolg einer Moderation ist es deshalb entscheidend, auch jene Faktoren im Blick zu haben, die jenseits eines Workshops liegen.

> Beziehung und Kontakt herstellen
Ziele können in Workshops nur gemeinsam erreicht werden. Insofern ist Moderation vor allem Beziehungshandeln. Im Dreiecksverhältnis zwischen Auftraggeber, Gruppe und Moderator entscheidet sich die Tragfähigkeit der Ergebnisse.

> Rolle und Selbstverständnis entwickeln
Moderatoren strukturieren und organisieren den Arbeitsprozess. Sie suchen nach Wegen, die Teilnehmer zu aktivieren, sie helfen Beteiligte, Perspektiven und Sichtweisen zu integrieren, stellen Transparenz her und schaffen es, in guter Distanz, dass alle dem roten Faden inhaltlich folgen können.

Das Ziel und der Weg - Thematische Stoßrichtungen.

Menschen an der Bearbeitung von Themen zu beteiligen, darf nicht nur Aufwand bedeuten. Entscheidend ist, wofür die Einbindung unterschiedlicher Köpfe, Perspektiven, Sichtweisen, Erfahrungen und Ideen nützt und wie die Beiträge so zusammengeführt werden können, dass ein gemeinsamer Mehrwert entsteht.  Das Ziel entscheidet über den passenden Weg.

#Probleme lösen 

Gerade für komplexe Probleme bietet die Multiperspektivität einer Gruppe grundsätzliche Vorteile gegenüber individuellen Lösungsversuchen. Viele Augen sehen besser, mehr und vor allem anders. Eine tiefgreifende Analyse ist für die Lösung von Problemen der zentrale Moderationshebel. Strukturen helfen sowohl für eine differenzierte Diagnose wie auch hinsichtlich einer systematischen Generierung von Lösungsansätzen auf unterschiedlichen Ebenen.

#Konflikte klären

In Konflikten kommen oftmals zentrale Widersprüche zum Ausdruck, die enormes Potenzial bieten und zwar unabhängig von den beteiligten Personen. Wer in verfahrenen Konstellationen von der Konfrontation zur Kooperation kommen will, muss sich auf dem Weg dorthin die Kraft des Perspektivwechsels zunutze machen. Als dritte Kraft spielt der Moderator dabei eine vermittelnde, verständnisfördernde und deeskalierende Rolle. 

#Entscheidungen treffen

Entscheidungen sind kein singuläres Ereignis, sondern ein Prozess. Und sie haben immer einen Kontext, der sich durch diese mitverändert. Je nachdem, wie die Entscheidung ausfällt, ist die Welt um sie herum danach eine andere. Wichtige Entscheidungen sollten mit Blick auf ihre Trag- und Reichweite folglich gut überlegt sein. Eine moderierte Beteiligung ermöglicht es, dabei umsichtig, bedacht und zielführend vorzugehen.

#Innovation ermöglichen

Innovationsprozesse folgen einer anderen Logik als einem klassischen linearen (Optimierungs- oder Problemlöse-) Prozess; Wer Neues entdecken oder erschaffen will, kann keine erwartbaren Ergebnisse produzieren. Insofern muss auch die Vorgehensweise eine andere sein. Ziel ist nicht nur die „Mäßigung“ sondern situativ auch den Guerilla-Faktor gegen den Mainstream zu stellen. Wer neue Sichtweisen einnehmen will, muss alte Pfade verlassen. Insofern hängen Inspiration und Transpiration eng zusammen.

#Strategien entwickeln

Gerade in Zeiten des Wandels ist es klug, sich gemeinsam im Team mit den eigenen Kernkompetenzen, der Herkunft sowie möglichen Zukunftsszenarien und Entwicklungsperspektiven auseinanderzusetzen. Weniger, um so die eine Lösung zu finden, sondern eher, um aus der Pluralität der Möglichkeiten jene Handlungsfelder zu identifizieren, die für eine gemeinsame Ausrichtung und Fokussierung notwendig bearbeitet werden müssen.

#Miteinander Lernen

„It’s all in your sisters' head“ – Von den Erfahrungen anderer profitieren, den gleichen Fehler nicht zweimal machen müssen, Erfolgsfaktoren von einem Projekt auf ein anderes übertragen – all das ist möglich. Dabei hilft es, solche Austauschprozesse konsequent von den Lernenden her zu denken, frageorientiert vorzugehen, passende Formate zu entwickeln, um das Wissen strukturiert weiterzugeben. Damit Lernen nicht nur dem Zufall überlassen werden muss.